Ofenbauer Stefan Dehn, BJ 1958, Sachverständiger für transportable und historische Feuerstätten

Das Leiseler Ofenhaus existiert seit 1980
Es hat sich zur bundesweiten Anlaufstelle für echte Feuerliebhaber entwickelt, da konsequent nur solche Feuerstätten vertrieben werden - historische wie neue -, die man als "Klassiker" bezeichnen kann. Ein Ofenklassiker laut unserer Definition ist ein Ofen, der mindestens 30 Jahre Lebensdauer hat, jederzeit reparabel ist und den höchsten Umweltanforderungen entspricht.

Unsere Produkte: fest installierte und transportable Grundöfen, Backöfen, Kochherde, Specksteinöfen, gusseiserne Kaminöfen, individuelle Feuerstätten und Prototypen

Unsere Leistungen: Instandsetzung, Reparatur, Ersatzteilservice, Beratung, Planung, Coaching und Moderation
Unser Team

von links nach rechts: Loup Dehn, Christopher Thompson, Bianca Conrad, Heike Hub, Bettina Loos, Fred Krieger, Stefan Dehn, Severin Rühr, Jürgen Wolf

Eddie, Rainer & Stefan

Urs!!

Nur noch müde

Alles begann an einem Sonntag im Frühjahr 1980.......
Ein Anruf von einem Freund meldet den Abbruch des Bahnhofsquartiers in Luzern am nächsten Tag: "Da stehen noch wunderschöne Öfen drin".

Morgens um sieben beginnen die Arbeiten mit der Abrissbirne und wir stehen zunächst ratlos vor der Gebäudekomplex aus wunderschönen, hundertjährigen Mietshäusern, Kneipen, Geschäften und einer Bäckerei im Erdgeschoss.
Sonntags hatte ich noch drei Freunde für das spontane Unternehmen gewinnen können und so waren wir abends noch los gefahren mit meinem alten Heckflossen-Mercedes und Rainers braunem Hanomag. Ein lustiger, schräger Konvoi. Die alte Holzsackkarre von meinem Vater sollte unser einziges Hilfsmittel sein.
Schon steigt Staub auf. Wir dringen in den großen Innenhof ein und finden unseren Weg ins erste Haus. Schnell durchkämmen wir die Wohnungen. Die ersten Öfen finden wir in den obersten Geschossen.
Wunderschön sind sie mit einem gusseisernen Rahmen und ausgefallenen Dekorkacheln. Wir haben ja keine Ahnung wie schwer so ein Ofen ist! Manche stehen im vierten und fünften Stock, zwei davon im Keller. Jeder Ofen wiegt zwischen 250 und 350 kg. Zu viert müssen wir jedes Stück Stufe für Stufe bergen. Schweiß und Sternchen vor den Augen. Und die Abrissbirne im Genick.
Nach ca. 1,5 Stunden Schwerstarbeit stehen 9 Öfen auf dem Gehsteig zwischen Baustelle und dem belebten Bahnsteig des Luzerner Bahnhofes neben unseren zwei abenteuerlichen Fahrzeugen und unter den Augen der ganzen Bahnreisenden. Bis hier hin hatte man uns unbehelligt arbeiten lassen.

Und dann kommt Urs. Der Bauleiter. "Was wönt Ihr zalle für die schönen Öffe?"

Daran hatte keiner von uns gedacht! Wir haben nix! Urs schaut uns ungläubig an. Da kommen diese langhaarigen, jungen Deutschen, transportieren frech die alten Öfen aus der Hintertür raus und haben nicht mal Geld dabei! Für den armen Urs ist das zu viel und er gibt Anweisungen. Wir riechen den Braten und wuchten fünf der Öfen in den Hanomag und auf den Anhänger, bevor auch schon der Kranwagen kommt und die vier verbliebenen Öfen vor unseren müden Augen weg hievt.
Inzwischen gibt es einen Menschenauflauf am Bahnsteig und alle beobachten neugierig wie ich mit Urs Auge in Auge die Situation diskutiere. Schließlich lässt er uns ziehen und flucht fassungslos vor sich hin.
Wir fahren gen Heimat. Todmüde und triumphierend.

Stefan Dehn